Weihnachten am Bosporus

Weihnachten am Bosporus

Glockenklang aus der Ferne – aber nicht hier zwischen Bosporus und Blauer Moschee.
Da doch eher Muezzin-Gesang aus der Ferne. Oder hält Istanbul an Heiligabend etwa doch eine Überraschung bereit?

Blaue Moschee

Alle Jahre wieder. Was in der Kindheit noch einen magischen Zauber versprüht hat, ist irgendwann eine Art erzwungenes Zusammentreffen mit der Erwartung Geschenke dabei zu haben. Es geht um jene Geschenke, um Essen und um Verwandtschafts-Gespräche. Doch worum geht es nicht? Um die Ursache von Weihnachten, um den Grund, warum wir es heutzutage jedes Jahr feiern – Jesus Christus.

Ein bisschen mag ich ja das dekorieren, die Musik, sich in die Stimmung zu versetzen. Aber irgendwie stresst es auch. Und niemanden scheint Jesus zu interessieren. Jaja, der ist in einer Krippe geboren und es kamen Hirten und drei heilige Könige brachten Geschenke. Die Geschichte kennen wir mittlerweile alle, wieso sollten wir sie jedes Jahr auf’s Neue aufwärmen?

Vielleicht weil es nicht nur um die Geschichte geht, sondern um das, was dahinter steckt, das was die Geschichte so besonders macht und wer Jesus eigentlich genau war.
Wenn wir seine Geburt schon feiern, dann finde ich, dass es an diesem Tag ruhig auch ein bisschen mehr um ihn gehen könnte. Doch ich habe inzwischen kapiert: den meisten geht es um die Tradition, das Zusammenkommen, das gemeinsame Essen und schenken.

2011 habe ich mich abenteuerlustig wie ich bin dazu entschieden über Weihnachten in ein Land zu reisen, an dem dieses Fest nicht gefeiert wird. Da in Deutschland so viele Türken leben, wollte ich mir die Türkei ohnehin schon längst einmal ansehen. Also flog ich an Heiligabend nach Istanbul. Während die Familien daheim unterm Weihnachtsbaum saßen, saß ich im Flieger der Turkish Airlines.

Ich werde nun nicht auf alle Details dieses Kurzurlaubs eingehen und stattdessen Bilder sprechen lassen. Lediglich um den Aspekt „Weihnachten in Istanbul“ soll es hier gehen.

 

Eingang der christlichen Kirche

Ich mach das ja ganz gerne so, wenn ich andere Städte oder andere Länder besuche, dass ich mir vorher raussuche, wo es dort christliche Gottesdienste gibt. So kam es, dass ich an Heiligabend gleich 2 Stunden nach meiner Landung in einer Kirche war, in der türkische Gläubige sich über die Menschwerdung Gottes freuten und christliche Loblieder sangen. In der Predigt, die übrigens deutschsprachig war, denn es handelte sich um eine österreichische Kirche, ging es darum, dass nicht wir Menschen uns anstrengen müssen gottgleicher zu werden, sondern dass Gott in Gestalt eines Babys menschliche Gestalt annahm und sich auf unsere Augenhöhe begab. Ich bekam richtige Gänsehaut solch eine Predigt in einem Land zu hören, in dem das Gottesbild überwiegend doch eher gegenteilig ist.

Nach der Messe blieb ich noch zu Tee und Plätzchen und sprach mit einem gebürtigen Istanbuler, der eine österreichische Frau hat und deren gemeinsamer Sohn Alexander nebenan in der österreichischen Schule sein Abitur gemacht hat und nun in Wien studiert. Völlig außer mir war ich dann als ich diesen türkischen Mann fragte, ob er denn Christ sei, und er antwortete „Joah, freilich!“

Noch weitere so schöne Überraschungen sollten mich erwarten: singende und tanzende Weihnachtsmannfiguren vor Restaurants, „X-Mas 2012“ (ja, die Jahreszahl vom nächsten Jahr und ja, X-Mas anstatt Christmas, logisch) mit Kunstschnee auf Schaufensterscheiben gesprüht, Weihnachtsmänner die in der Fußgängerzone von Taksim Geschenke verteilten und künstliche Weihnachtsbäume mit Lichterketten, die anstatt Besinnlichkeit auszustrahlen hektisch im Technorhytmus blinkten. Ich war begeistert. Dass Weihnachten doch präsent ist, wenn auch auf ganz andere Weise, hatte ich nicht erwartet.

Santa Claus am Eingang vom Restaurant

Ich hätte nicht wenig Lust, noch einmal Weihnachten ausfallen zu lassen und solch einen aufregenden Trip zu wiederholen.

Wie geht es euch? Feiert ihr Weihnachten gern? Und könntet ihr euch vorstellen Weihnachten ein mal in einem wenig weihnachtlichen und winterlichen Land zu verbringen?

Schau dir hier ALLE Bilder meiner Reise an. Sie zeigen viele eindrucksvolle Aussichten und versteckte Winkel der Stadt.

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Rebecca

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Meine Mission ist: Forschen. Entdecken, mehr über uns Menschen, unsere Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten, das was uns einzigartig macht und das was uns gemein ist, über Kommunikation - unsere Kommunikation. Wieso haben wir so viele Missverständnisse, wie Konflikte im Kleinen bis hin zu Kriegen? Frieden, Liebe bringen und Bewusstsein, Bewusstheit, bewusst werden von Mustern, automatisierten Abläufen. Höhere Perspektiven einnehmen. Heilen. Aufklären. Aufklären, wie es ist für Menschen, die psychisch leiden, die Gesellschaft dafür sensibilisieren. Verstehen. Liebe. Anderen Menschen Verständnis entgegenbringen. Zeigen, dass sie nicht allein sind. Sie nicht verurteilen. Wertschätzung. Authentizität. Offen sein. Transparent. Kein Verstecken. Kein Tabu. Zeigen, du bist nicht allein. Wir fühlen uns isoliert und allein. Wir fühlen uns komisch, schämen uns. Jetzt schämen wir uns nicht mehr. Es geht hier um Scham, nicht nur um allein sein. Ich kenn das ja selber. Ich fühle mich fremd. Es hat was mit fremd zu tun. Sich komisch fühlen. Sich schämen, dafür wie man ist. Teilen. Mein Leben teilen. Mein Erleben teilen. Meine Geschichte teilen. Inspirieren. Trost schenken. Wachrütteln. All das ist meine Mission.
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