Urlaub jeden Tag?!

Gerade beim Aufräumen meiner Google Drive Ablage habe ich einen interessanten Text wiedergefunden, den ich 2009 geschrieben hatte. Es handelt sich um meine Gedanken nach einem neuntägigen Mallorca Urlaub. Verblüfft lese ich, wie sehr meine damaligen Gedanken und Wünschen bereits den heutigen ähnelten. Aber lest selbst, was ich mit 23 Jahren schrieb:

 

Im Pool im Urlaub

Gestern um diese Uhrzeit war ich noch am Flughafen von Palma de Mallorca. Jetzt sitze ich zu Hause in Deutschland an meinem Schreibtisch und schreibe auf, was ich aus diesem Urlaub mitgenommen habe.

Mir ging es ziemlich gut die ganze Zeit. Ich war relaxt und ich habe mich mal gefragt, woran das gelegen hat.

Wie sah unser Tagesablauf so aus?

  • Aufstehen so zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr.
  • Anziehen
  • frühstücken (gab’s von 7:30 – 10:00 Uhr)
  • ca. 13:00 Uhr Mittagessen (gab’s von 13:00 bis 14:30 Uhr)
  • dazwischen: überlegen, worauf habe ich Lust? (chillen vorm TV, am Pool, am Meer, einkaufen, telefonieren, spazieren, Fotos machen, in die Stadt fahren)
  • kein Bock mehr? überlegen, worauf ich als nächstes Lust habe
  • kommt was anderes dazwischen? kein Ding – dann mache ich halt das, gehe zu Fuß anstatt mit dem Bus zu fahren, gehe den Umweg anstatt geradeaus, esse mal hier anstatt dort, bleibe zu Hause anstatt am Meer
  • ca. 20:00 Uhr Abendessen (gab’s von 18:30 bis 20:30 Uhr)
  • danach: bummeln im Ort, chillen vorm TV, lesen
  • zwischen 23:00 und 0:00 Uhr schlafen

Generell haben wir wenig auf die Uhr geschaut, viel gelesen und viel Zeit draußen an der Luft verbracht. Unsere Handys waren aus, ich war eine Woche nicht im Internet und das stellte KEIN Problem für mich dar. Wir hatten keine Termine oder Druck.

Was lerne ich daraus für mein Leben zu Hause?

So ähnlich will ich auch hier leben. Ich will auch zu Hause öfters mal das Handy auslassen, meine E-Mails nicht checken oder gleich den ganzen PC auslassen, mal nicht erreichbar sein. Ich will auch hier etwa zu den gleichen Uhrzeiten aufstehen, essen und schlafen gehen. Die Zeit dazwischen will ich mir ungezwungen einteilen, spontan entscheiden worauf ich Lust habe, keine Wochenplanung machen, keine To-Do-Listen abarbeiten.

Nicht gucken, was ich machen MUSS, sondern was ich machen WILL. Müssen tu ich doch gar nichts. Ich lebe nicht, um zu müssen. Alles was ich tu, tu ich freiwillig, d.h. ich bin frei. Niemand zwingt mich. Ich habe im Hinterkopf, dass ich mich am 14. bei der FH einschreiben WILL. Das ist nur an diesem Tag möglich, also WILL ich es dann tun. Freiwillig. Aber ich muss nicht…

Ich achte jetzt nur noch darauf, was ich will. Will ich mich wirklich noch länger von ICQ ablenken lassen? Oder will ich nachher mal meiner Mutter bei der Wäsche helfen? Alles andere hat in dem Moment doch Zeit oder nicht? Ich habe einen großen Gott, dem ich vertrauen kann, dass mein Leben weitergeht, und dass es gut so ist, wie es ist und wie es kommen wird. Und selbst wenn Gott es für besser hielte, dass mein irdisches Leben nicht weiterginge, dann weiß ich doch, dass mein ewiges Leben es tut – bei ihm.

Wovor habe ich Angst? Warum mache ich mir Druck? Ich möchte jeden Tag so leben, als wäre ich im Urlaub – und so wird mein Alltag letztendlich zum Urlaub. DANN fang ich an zu leben, zu genießen und glücklich zu sein.

10.08.2009

 

Wir haben jetzt, da ich dies hier schreibe, Ende 2015 – mehr als sechs Jahre später. Und nein, ich lebe noch immer nicht so, wie ich es mir in obigem Text ausgemalt habe. Um ehrlich zu sein, habe ich diese Gedanken in den letzten Jahren zum Teil möglicherweise sogar in mein Unterbewusstsein verlagert und bin von einem „sicheren“ Plan C in meinem Lebenslauf, zum nächsten immer noch vorsichtigen Plan B übergegangen. Kurz bevor ich letzten Monat 30 Jahre alt geworden bin, hat sich jedoch einiges in meinem Inneren verändert – wie es dazu kam werde ich in einem gesonderten Artikel erläutern.

Fakt ist, ich habe begonnen zu begreifen, dass ich mal Träume hatte, und dass ich so, wie ich jetzt lebe, oder ähnlich für immer weiter leben werde, wenn ich nicht mal konkret beginne diese Pläne in die Tat umzusetzen. Zugegeben, hatte ich bisher auch nicht die weitreichenden Möglichkeiten, wie ich sie dieses Jahr bekam, was wohl auch ein entscheidender Auslöser war, wirklich konkret etwas zu bewegen – aber Näheres dazu wie gesagt, in einem anderen Artikel.

 

Wenn Träume zu Zielen werden

Die Träume, die mir in den vergangenen Monaten wieder bewusst wurden, wurden nun zu Zielen. Ich begann zu recherchieren, wie andere, die ähnlich denken wie ich, leben und wie ihr Weg zu diesem Leben aussah oder aussieht. Ich tat und tu jeden Tag konkrete Schritte in genau diese Richtung in die ich will. Und die sieht sehr, sehr ähnlich aus, wie in meinen Gedanken von vor über sechs Jahren. Und selbst dann waren sie nicht neu für mich, da ich – wenn ich mich mal ganz bewusst an meine jungen Jahre zurück erinner – schon immer etwas aus der Reihe getanzt bin mit meinen Wunschvorstellungen, schon immer sehr freiheitsliebend und abenteuerlustig war; wenn auch auf meine eher introvertierte Art und Weise. Doch der kleine Urlaub damals, hat mir meine Wunschvorstellungen bewusst werden lassen. Und jetzt, da ich meinen Text von damals lese, erinnert dieser Urlaub mich wieder an sie – und bestätigt mir, dass diese „neue Phase“ in die ich vor kurzem gekommen bin, eigentlich schon lange in mir schlummerte und daher irgendwie doch der richtige Weg sein sollte!

 

Welcher Wunsch schlummert schon so lange in dir, dass du ihn respektieren darfst?

Mein Traum, mein Wunsch, mein Ziel: Vielleicht kein Leben ohne Internet und Social Media, vielleicht auch weniger Nichtstun und Urlaub. Dafür aber ein Leben, in dem ich meine Tagesabläufe mehr oder weniger frei und spontan gestalten kann, ein Leben, in dem ich viel Zeit draußen in der Sonne und an der frischen Luft verbringe, in dem ich die Arbeiten verrichte, die ich verrichten will. Ohne Druck, mit Freude, Freiheit und Gelassenheit.

 

Ich freue mich, wenn ihr mich auf meiner Reise in dieses Leben begleitet – sowohl metaphorisch gesprochen, als auch ganz buchstäblich, wenn ich Anfang 2016 zum ersten Mal allein auf eine längere Fernreise gehen werde, die ein großer, aufregender und lehrreicher Schritt in meinem Leben für mich sein und über alles Folgende entscheiden wird.

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Rebecca

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Meine Mission ist: Forschen. Entdecken, mehr über uns Menschen, unsere Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten, das was uns einzigartig macht und das was uns gemein ist, über Kommunikation - unsere Kommunikation. Wieso haben wir so viele Missverständnisse, wie Konflikte im Kleinen bis hin zu Kriegen? Frieden, Liebe bringen und Bewusstsein, Bewusstheit, bewusst werden von Mustern, automatisierten Abläufen. Höhere Perspektiven einnehmen. Heilen. Aufklären. Aufklären, wie es ist für Menschen, die psychisch leiden, die Gesellschaft dafür sensibilisieren. Verstehen. Liebe. Anderen Menschen Verständnis entgegenbringen. Zeigen, dass sie nicht allein sind. Sie nicht verurteilen. Wertschätzung. Authentizität. Offen sein. Transparent. Kein Verstecken. Kein Tabu. Zeigen, du bist nicht allein. Wir fühlen uns isoliert und allein. Wir fühlen uns komisch, schämen uns. Jetzt schämen wir uns nicht mehr. Es geht hier um Scham, nicht nur um allein sein. Ich kenn das ja selber. Ich fühle mich fremd. Es hat was mit fremd zu tun. Sich komisch fühlen. Sich schämen, dafür wie man ist. Teilen. Mein Leben teilen. Mein Erleben teilen. Meine Geschichte teilen. Inspirieren. Trost schenken. Wachrütteln. All das ist meine Mission.
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