Keine Angst vor dem Terror!

Nach den Terroranschlägen unter anderem in Paris, Beirut und Mali fand am Freitag, dem 20. November 2015 eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Köln statt. Weitere Kundgebungen des DGB NRW fanden auch in anderen Städten in Nordrhein-Westfalen statt.
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Hier geht es zur offiziellen Pressemitteilung des DGB

Viele Probleme kommen momentan zusammen, die sicher auf eine Art in Zusammenhang miteinander stehen. Doch zu schnell wird aus A –> B geschlussfolgert, ohne zu sehen, was in der „Black Box“ dazwischen ist. Wovon ich spreche?

Nagut, ein kleiner psychologischer Ausflug, bevor es weiter geht:

Wir Menschen beobachten zwei Dinge – wohlgemerkt bestimmt bereits unsere durch Prägung und eigene Interessen geprägte Brille, was wir überhaupt wahrnehmen. Wir sehen beispielsweise einen Menschen und nehmen (aufgrund dessen, dass er anders aussieht als wir und wir ihn sonst in seinem privaten Umfeld auch nicht weiter kennen) als erstes wahr: A – er hat ausländische Wurzeln; B – er ist kriminell. Sofort stellen wir zwischen A und B einen Kausalzusammenhang her, indem wir uns erklären: „Weil er Ausländer ist, ist er kriminell.“ Was auch bedeuten könnte: Alle Ausländer sind kriminell. Zwischen A und B muss es gar keinen direkten Kausalzusammenhang geben, doch da es uns Menschen verunsichert, wenn wir uns Dinge nicht erklären können, neigen wir dazu vorschnell einfache Erklärungen zu suchen und daran dann auch festzuhalten. Das gibt uns Sicherheit. Wir meinen zu wissen, womit wir es zu tun haben. Doch zwischen A und B gibt es eine sogenannte „Black Box“, das was nach außen hin erstmal verborgen ist – das, was in unserem Fall den Menschen wirklich hat kriminell werden lassen.

In diesem Beispiel handelte es sich um Fremdenfeindlichkeit, weil es zum Thema des Artikels passt, doch auch in vielen anderen Lebensbereichen wenden wir Menschen diese Technik an. Schon länger plane ich einmal einen Artikel gesondert über dieses psychologische Thema zu schreiben, doch jetzt zurück zu unserer Ausgangslage.

Ich sprach an, dass wir momentan mehrere Probleme haben:

  • Unmengen von Menschen flüchten aus Kriegsgebieten nach Europa, doch Europa ist überfordert.
  • Rechtsextremistische Taten und rechtes Gedankengut hat in Europa stark zugenommen.
  • Immer wieder finden Terroranschläge statt.

Ja, es gibt Zusammenhänge zwischen diesen Problematiken, denn nun neigen Menschen, wie oben beschrieben, dazu vorschnelle Schlussfolgerungen zu ziehen, die menschenfeindlich sind und zu noch mehr Problemen führen. So werden mitunter die Flüchtlinge, die in Europa Zuflucht suchen, dafür verantwortlich gemacht, dass Terroranschläge gegen europäische Bürger stattfinden (obwohl sie vor genau diesen Verhältnissen fliehen), und so nimmt Fremdenfeindlichkeit zu.

Wenn wir den Krieg und Hass und Mord bei anderen verurteilen, sollten wir dabei den Blick auf uns selbst nicht vergessen. Bevor wir uns selbst als moralisch besser ansehen, sollten wir darauf achten, dass genau dieser Hass und diese Mordgelüste nicht auch in unseren Herzen Einzug erhalten und wir somit selbst in diesen Krieg ziehen.

Ist das nicht eigentlich das, was wir verurteilen? Krieg kann man nicht mit Krieg bekämpfen, Hass nicht mit Hass. Lasst uns Frieden dahin bringen, wo Krieg ist; Liebe dahin, wo Hass ist. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, deshalb brauchen wir die Ermutigung unter einander – wie sie unter anderem in der Kundgebung spürbar wurde – denn einen anderen Weg gibt es nicht.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg.“
– [aus „Lied des Friedens“ von Versbox, 2001]

Mein Video der Kundgebung:

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