„Liebe weiße Menschen, …“

Anlässlich der Tötung von George Floyd am 25.05.2020 folgt nun ein Beitrag von Cedric, auf Instagram bekannt unter Blackpackerbas, von der Bildungsinitiative around20.

„Dear white people,

ich hoffe mal, dass ihr nun aufwacht. Das, was gerade passiert, ist nunmehr ein letzter Appell, dass Schwarze nicht mehr unter Rassismus leben wollen und nicht mehr können.
Sicherlich geschieht das in Amerika immer in der hässlichsten Form. Jedoch braucht man sich hier in Deutschland auch nicht zu verstecken was Rassismus angeht.
Hier ist er allgegenwärtig und immer so verpackt, dass danach immer eine kleine Nische als Fluchtweg oder Aussage dienen kann.
In Deutschland versuchen euch BIPoCs seit Jahren zu sagen, dass vieles nicht in Ordnung ist.
Jedoch wird dem nie Gehör geschenkt. Stattdessen wird sogar diskutiert, ob das Wort Neger als Schimpfwort gelten soll und das noch auf politischer Ebene.
Der Fall Ahmaud Arbery und der Fall George Floyd haben das Fass zum überlaufen gebracht. Schwarze Menschen, werden am helllichten Tag, auf offener Straße umgebracht. Eines Menschen Leben zu nehmen, völlig entwürdigend und verachtend, sollte in unserer modernen Zeit eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein, doch es geschah trotzdem.
Der eine wurde gejagt und erschossen auf offener Straße wie bei einer Treibjagt und dem anderen wurde mit dem Knie die Luftzufuhr abgedrückt.
Sicherlich denkt ihr euch, das würde in Deutschland so nicht passieren.
Aber ihr irrt euch gewaltig.
Der Fall Oury Jalloh wurde nie aufgeklärt, aber die Community weiß die Wahrheit. Der Fall wurde abgeschlossen zu Gunsten der weißen Bevölkerung.
Der Fall N`deye Mareame Saar lief auch zu euren Gunsten.
Zu den jüngsten Geschehnissen in Hanau brauchen wir natürlich auch nichts sagen.
Diese Fälle, Namen und vieles mehr können wir aus dem Stehgreif nennen. Sie schmerzen im Herzen, weil wir die Wahrheit kennen, aber sie bewusst kaschiert wird, um die weiße Reputation nicht zu besudeln.

Wir wollen, können und müssen nicht alles akzeptieren, was die weißen privilegierten Menschen mit uns machen.
Für weiße Menschen ist es ein unbequemes Gefühl, erstmals die ihre Hautfarbe reduziert zu werden. Weiße Menschen haben sich bislang kaum oder noch nie mit ihrer Hautfarbe beschäftigt, denn weiße Haut bringt Privilegien mit sich.

Es reicht nicht, dass ihr bei Social-Media-Aktionen mitmacht oder uns sagt, ihr würdet uns verstehen.
Nein ihr könnt das nicht verstehen, weil ihr nicht in derselben Haut(farbe) steckt.
Es ist – denke ich mal – nun zu spät, dass wir es euch jedes Mal erklären, was ihr nicht dürft bei uns und mit uns. Ihr seid es ja auch leid zu über den Rassismus zu hören und wir sind es leid, ihn Tag täglich zu fühlen. Schwarze Menschen sind nicht mehr dazu verpflichtet, weiße Menschen über Rasissmus aufzuklären. Wenn weiße Menschen mit Wut, Ablehnung, Schweigen oder Empörung reagieren, dann sind Schwarze gut darin beraten, sie in ihrer Zerbrechlichkeit stehen zu lassen. Denn wenn man zerbrechlich ist, hinterfragt man anders.
Ihr müsst euren Rassismus entlernen oder ablegen.
Der sitzt in vielen von euch tief, bei manchen eher weniger. Einige sogar gar nicht. Manche können ihn kontrollieren, viele nicht.
Früher haben wir von nicht schwarzen Menschen erwartet, uns zuzuhören oder sich zu solidarisieren, um Dinge aus dem Weg zu schaffen, die uns stören.
Aber euer Unwissen ist nicht mehr unsere Verantwortung.
Wir sind mit anderen Dingen beschäftigt. Studieren, Ausbildungen oder Kinder zu erziehen, die hoffentlich so resistent sind, dass sie den Alltagsrassismus in Deutschland überstehen.

Mein Abschluss fällt trotzdem positiv aus. 
Wir befinden uns in einer Phase, in der wir sehr viele Informationen bekommen, sei es visuell oder auditiv. Ihr seht nun selbst genau was passiert. Das Gute daran ist, der Druck ist diesmal auch für jene Menschen hoch, die sich sonst nie dazu äußern oder beschäftigen. Viele stellen sich die Frage: warum kommt es an so einen Punkt?

Wir müssen uns darauf fokussieren, was wir schaffen können, eine viel tolerantere und aufmerksamere Gesellschaft zu stabilisieren. Wir dürfen nicht weiterhin blind und ignorant durch die Welt laufen und so tun, als ob alles in Ordnung wäre. Unsere kommenden Generationen sollen nicht so leben wie wir, der eine unwissend und der andere leidtragend.In diesem Sinne, #Schweigenwargestern“

Cedric, @Blackpackerbas von Around20

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Rebecca

Rebecca

Meine Mission ist: Forschen. Entdecken, mehr über uns Menschen, unsere Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten, das was uns einzigartig macht und das was uns gemein ist, über Kommunikation - unsere Kommunikation. Wieso haben wir so viele Missverständnisse, wie Konflikte im Kleinen bis hin zu Kriegen? Frieden, Liebe bringen und Bewusstsein, Bewusstheit, bewusst werden von Mustern, automatisierten Abläufen. Höhere Perspektiven einnehmen. Heilen. Aufklären. Aufklären, wie es ist für Menschen, die psychisch leiden, die Gesellschaft dafür sensibilisieren. Verstehen. Liebe. Anderen Menschen Verständnis entgegenbringen. Zeigen, dass sie nicht allein sind. Sie nicht verurteilen. Wertschätzung. Authentizität. Offen sein. Transparent. Kein Verstecken. Kein Tabu. Zeigen, du bist nicht allein. Wir fühlen uns isoliert und allein. Wir fühlen uns komisch, schämen uns. Jetzt schämen wir uns nicht mehr. Es geht hier um Scham, nicht nur um allein sein. Ich kenn das ja selber. Ich fühle mich fremd. Es hat was mit fremd zu tun. Sich komisch fühlen. Sich schämen, dafür wie man ist. Teilen. Mein Leben teilen. Mein Erleben teilen. Meine Geschichte teilen. Inspirieren. Trost schenken. Wachrütteln. All das ist meine Mission.
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